Seckenheim zum Zweiten

Nachdem wir vor den Sommerferien mit der Grundschule Seckenheim Süd an drei Tagen den Schulweg, Spielplätze und am Neckar sauber gemacht haben, starteten wir im neuen Schuljahr wieder in Seckenheim.

In der Startwoche an der Seckenheim Werkreal- und Realschule fand noch kein normaler Unterricht statt, sondern die Schülerinnen und Schüler beschäftigten sich mit anderen alltagsnahen Dingen.

So hatten wir die Gelegenheit an zwei Tagen in der 6aR und in der 6bR unsere ehrenamtliche Arbeit vorzustellen. Mit unserem Motto „Das Meer beginnt hier“ konnten die Kinder erst einmal wenig anfangen, weil sie ja einen Workshop zum Thema „Müll“ erwartet hatten. Aber ganz schnell haben sie mit uns Ideen entwickelt, was sie selbst dafür tun können, dass unsere Gewässer sauberer werden. Indem sie z.B. keinen Müll einfach auf die Straße zu werfen, den Müll trennen und dem Recycling zuführen oder eigene Trinkflaschen und Brotboxen verwenden und so weniger Verpackungsmüll produzieren.

Beim Thema Mikroplastik haben wir u.a. diskutiert, inwieweit das Wäschewaschen dazu beiträgt, dass Mikroplastik ins Wasser gelangt. Der Blick auf die Etiketten der eigenen Kleidungsstücke brachte es zutage: alle trugen an diesem Tag Pullover, Hosen und Jacken, die zumindest teilweise aus Kunstfasern wie Polyester bestehen. Eine buchstäblich hautnahe Erfahrung.

An einigen Beispielen lernten die Schüler*innen in unserem Workshop einzuschätzen, wie lange einzelne Müllarten brauchen sich zu zersetzen, wenn sie einfach in der Natur liegenbleiben. Am Beeindruckendsten war der Kunststoff „Styropor“ mit mehreren Tausen Jahren. Zu erkennen, dass die schöne bunte Trinktüte einen selbst um einige Hundert Jahre überlebt, macht sie gleich weniger schön.

So konnten sich alle gut vorbereitet fühlen auf das, was sie beim anschließenden CleanUp rund um die Schule mitten in Seckenheim wohl vorfinden werden, was die Anwohner und Passanten denn so auf die Straße und Park- und Spielplätze werfen.

Die meisten Fundstücke waren wie immer Zigarettenkippen, die so genau in die Fugen der Pflastersteine passen, dass sie kaum mit der Müllzange zu entfernen sind. Es wurden komische Verstecke für den Müll gefunden, wie der Zwischenraum von Verteilerkästen und Hauswänden. Da haben wir sogar eine Zahnbürste rausgezogen. 

Der nahegelegene Spielplatz wurde leider auch von Erwachsenen als Müllabladeplatz missbraucht, sodass sich die Kinder fragten, warum sich die Leute nicht schämen. Im Gebüsch fanden sie ein stark verschmutztes Kopfkissen und einen Teppich, kleine Alkoholflaschen und viele Zigarettenkippen lagen bei den Sitzgelegenheiten.

Dass die Mitschüler*innen leider auch zur Müllverschmutzung beitragen, konnten wir jeweils auf dem Rückweg sehen: Brot- und Trinktüten „schmückten“ Boden und Hochbeete im gerade vorher gesäuberten Schulhof.

Trotz dieser manchmal ekligen Funde waren alle sehr motiviert und ein bisschen stolz auf sich, dass sie einen ganz wichtigen Beitrag zum Umwelt- und Meeresschutz geleistet haben. 

Wir danken allen Schüler*innen der 6aR und 6bR sowie den Lehrkräften, die uns hier tatkräftig unterstützt haben.


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