Ocean Friendly Restaurants


im Namen der Surfrider Foundation Germany möchten wir dir die Ocean Friendly Restaurant
Kampagne vorstellen.
Wir organisieren regelmäßig Strandreinigungen, bei denen wir immer wieder Strohhalme,
Plastikflaschen, Styroporverpackungen und Einwegbecher einsammeln. Jährlich gelangen
weltweit über 8 Millionen Tonnen Plastikmüll in die Weltmeere, in Deutschland sind es
immerhin noch 460.000 Tonnen.
Wir möchten Restaurants und andere gastronomische Betriebe auszeichnen, die sich um den
Schutz der Ozeane bemühen und die wissen, wie wichtig intakte Ökosysteme in Küsten- und
Meeresregionen für Einwohner und auch Besucher sind. Deshalb möchte die Surfrider
Foundation die Plastikvermüllung der Meere reduzieren, zu diesem Thema sensibilisieren und
zu positiven Verhaltens- und Umweltveränderungen beitragen.
Der Kampf gegen die Plastikverschmutzung ist eine große Herausforderung, aber du kannst
mit nur wenig Aufwand ein Teil der Problemlösung werden. Dein Restaurant, Café oder Imbiss
erfüllt eventuell schon die Anforderungen für ein Ocean Friendly Restaurant, oder es sind
nur kleine Änderungen nötig.
Es gibt vier Pflichtkriterien:
Keine Verwendung von Einwegverpackungen aus Plastik oder Styropor.
Ordnungsgemäße Recyclingverfahren müssen eingehalten werden.
Im Haus wird nur wiederverwendbares Geschirr verwendet, bei Außer-Haus-Verkauf werden
Einweg-Verpackungen nur auf Anfrage ausgegeben.
Für den Außer-Haus-Verkauf werden keine Plastiktüten angeboten
Es gibt sechs optionale Kriterien, von denen mindestens drei erfüllt werden müssen:
Es werden keine Plastikstrohhalme verwendet.
Kunden mit wiederverwendbaren Behälter, Becher, Taschen etc. bekommen einen
Nachlass.
Es werden keine Getränke in Einweg-Plastikflaschen angeboten.
Es wird täglich mindesten ein vegetarisches oder veganes Gericht angeboten.9. Wassersparmaßnahmen, wie Durchflußbegrenzer für Wascharmaturen oder
Toilettenspülungen mit Spartaste, sind installiert.
Energiesparmaßnahmen, wie LED Beleuchtung oder energiesparende Elektrogeräte,
werden eingesetzt.
Sind die vier Pflicht- und mindesten drei der optionalen Kriterien erfüllt, erhältst du unser
Welcome-Pack mit Begrüßungsschreiben, Zertifikat, Fensteraufkleber, Tischaufsteller und
Info-Flyer für deine Gäste. Weiterhin gibt es einen Eintrag in die interaktive Ocean Friendly
Restaurant Karte und Erwähnung in unseren sozialen Medien.
Im ersten Jahr ist die Teilnahmen kostenlos, danach werden wir einen Unkostenbeitrag von
150€ zur Finanzierung des Programms erheben.
In den USA läuft die Kampagne seit Jahren sehr erfolgreich, über 185 Restaurants allein auf
Hawaii nehmen schon teil.
http://www.oceanfriendlyrestaurantshawaii.org
Hier noch ein paar Infos über uns: Die Surfrider Foundation ist eine gemeinnützige
Umweltschutzorganisation, die sich dem Schutz der Meere, Küsten und Wellen verschrieben
hat und über ein großes Netz an freiwilligen Helferinnen und Helfern verfügt. Gegründet
wurde die Surfrider Foundation 1984 in den USA, 1990 dann die Surfrider Foundation Europe
in Biarritz/Frankreich, 2011 schließlich der Surfrider Foundation Europe Germany e.V. in
Hamburg.
Vielleicht möchtest auch Du Dich dem Schutz der Ozean, Küsten und Wellen widmen, unseren
Ocean Friendly Restaurant Kriterien folgen und auf Einweg-Plastik-Verpackungen verzichten.
Wir hoffen, dass unsere Kampagne den Eintrag von Plastik in die Gewässer und Meere
reduziert und damit der Gefährdung des maritimen Ökosystems, unserer Lebensqualität und
unseres Planeten entgegenwirkt. Die Plastikverschmutzung der Meere ist ein so wichtiges
Thema, welches wir nur gemeinsam und auch mit deiner Hilfe angehen können. Sorg mit uns
für einen besseren Einfluss auf unsere Umwelt und eine saubere Zukunft.
Surfrider Foundation Europe Germany e.V.
Marktstraße 140
20357 Hamburg
Web: https://www.surfriderbadenpfalz.de/ofr
Facebook OFR: https://www.facebook.com/oceanfriendlygermany/

Ihr möchtet auch dabei sein? Dann schickt uns einfach eine Mail an mail@surfriderbadenpfalz.de

QUICK GUIDE FÜR DIE BETREIBER VON OCEAN FRIENDLY RESTAURANTS‘ ZUM ERHALT DES ZERTIFIKATS.

Pflichtkriterien

1. Es werden keine Styropor-Behälter verwendet.
Kein Material für to-go Behälter ist schlimmer als Styropor. Die erste Wahl sollten
immer, soweit möglich, Optionen aus Papier oder Karton sein. Die Prinzipien
REDUKTION des Müllaufkommens und WIEDERVERWENDUNG von Materialien sollten
grundsätzlich im Vordergrund stehen und können im Idealfall auch zu
Kosteneinsparungen führen. Der Einsatz von Optionen aus Bioplastik sollte in jedem
Falle vermieden werden, da diese noch umstritten sind.

2. Es muss ein korrektes Recycling entsprechend den örtlichen Recyclingvorgaben
erfolgen.
Das Prinzip des RECYCLINGS ist für den Schutz der Ozeane unabdingbar.
Verpackungsmaterial aus Kunststoff, Pappe und Glas muss korrekt entsorgt werden und
bei Bedarf werden gesonderte Abfallbehälter für Kunden für Restmüll und Wertstoffe
zur Verfügung gestellt.

3. Im Haus darf nur Mehrweggeschirr verwendet werden, und bei Außerhaus-Verkauf
wird Einweggeschirr nur auf Nachfrage ausgegeben.
Am Tisch sollte Mehrweggeschirr und am besten auch Stoffservierten benutzt werden.
Nicht alle Außerhaus-Kunden brauchen Besteck und eine Verpackung. Bei der
Bestellung sollte aktiv nachgefragt werden, ob Behälter mitgebracht werden können
und Besteck benötigt wird, um den Einsatz von Wegwerf-Artikeln zu vermeiden.

4. Es werden für den außer Haus Verkauf keine Plastiktüten angeboten.
Plastiktüten sind nach alten Fischernetzen und Fanggeräten die zweitgrößte Gefahr für
Meerestiere. Wenn Tüten benötigt werden, bitte Papiertüten verwenden oder
wiederverwendbare Taschen anbieten. Außerdem sollte immer aktiv beim Kunden nach
der Möglichkeit gefragt werden, Tüten oder Taschen für den Transport mitzubringen.

Optionale Kriterien

5. Strohhalme werden nur auf Nachfrage ausgegeben und es werden auch nur
plastikfreie Alternativen angeboten.
Bei Beach Clean-ups werden Strohhalme regelmäßig und in großen Mengen aus den
Meeren gefischt und an Stränden eingesammelt. Um die Verschmutzung durch PlastikStrohhalme zu vermeiden, sollten Sie nicht mehr angeboten werden, da auch
problemlos ohne sie getrunken werden kann. Eine mögliche Alternative auf Nachfrage
können Papier-Strohhalme sein.

6. Es werden keine Getränke in Einweg-Plastikflaschen sondern nur noch in MehrwegPlastik- oder Glasflaschen verkauft.
Obwohl Deutschland ein relativ gut funktionierendes Recyclingsystem für
Plastikflaschen hat, sind diese dennoch nicht besonders umweltfreundlich. Sie gehören
zu den mit am häufigsten gefundenen Plastikmüllobjekten bei Beach Clean-ups und
anstelle ihrer einmaligen Verwendung gibt es ökologischere Optionen, wie MehrwegPlastik- oder Glasflaschen.

7. Kunden, die wiederverwendbare Behälter (Tassen, Becher, Taschen, Tüten,
Tupperware) mitbringen, bekommen einen Nachlass.
Kunden, die eigene Behälter mitbringen und einen kleinen Nachlass bekommen,
werden so auf ihre Bemühungen um Nachhaltigkeit aufmerksam. Wiederverwendbare
Behälter sind das Nonplusultra der Nachhaltigkeit und haben den größten Effekt auf
saubere Meere und Strände.

8. Es wird täglich ein vegetarisches oder veganes Gericht angeboten.
Vegane und vegetarische Nahrungsmittel haben einen großen positiven Einfluß auf den
Klimawandel, der Verringerung der Regenwaldvernichtung und der Luftverschmutzung.
Sie helfen weiterhin Wasser und andere wertvolle Ressourcen zu schonen.

9. Es müssen Wassersparmaßnahmen wie Durchflußbegrenzer für Wascharmaturen
oder Toilettenspülkästen mit Spartaste vorhanden sein.
Wasser ist ein kostbares Gut und sollte geschont werden. Obwohl in unseren nördlichen
Breiten noch genügend sauberes Trinkwasser vorhanden ist, ist es ein Naturgut und
sollte mit Respekt behandelt werden. Weiterhin werden bei der Förderung und
Aufbereitung von Trinkwasser wertvolle Ressourcen verbraucht.

10. Es sollten energiesparende Elektrogeräte und LED Leuchtmittel eingesetzt werden.
Gastronomien gehören zu den energieintensivsten Betrieben. Der Klimawandel hat
einen großen Einfluß auf die Ozeane und Küsten. Verringern Sie Ihren CO2-Fußabdruck
und helfen Sie, den Klimawandel positiv zu beeinflussen.

Die Ocean Friendly Restaurants Teilnehmer aus der Region Baden-Pfalz stellen sich vor:

Zeit für neue Wege

„Sei du selbst die Veränderung die du dir wünschst für diese Welt“.
Getreu diesem Motto wollen wir aufhören nach Schuldigen für unsere Hilflosigkeit und für all die Dinge die falsch laufen in dieser Welt zu suchen und wegkommen von Argumentationen wie: „was bringt’s wenn ich es nicht mache, alle anderen machen es ja auch“.
Wir wollen unsere eigene Handlungsfähigkeit wieder herstellen indem wir bewusste Entscheidungen treffen. Von unsere Willensfreiheit gebrauch machen und uns unserem Trieb, aus Bequemlichkeit der Herde zu folgen, widersetzen.
Wir wollen vorgelebtes Beispiel dafür sein, was man gewinnen kann, wenn man bereit ist die Verantwortung für das eigene Handeln wieder selbst in die Hände zu nehmen.
Wir wollen neue Wege suchen und hoffentlich auch finden. Denn, wenn wir von der Natur etwas lernen können, dann, dass eine Weiterentwicklung nicht dadurch geschieht, dass man mit den immer gleichen Methoden und innerhalb der altbekannten Muster agiert, sondern, das Veränderung nur dann zustande kommt, wenn man neue Varianten und Prozesse ausprobiert.
Wenn wir damit beginnen wollen Teil der Lösung und nicht Teil des Problems zu sein, müssen wir also beginnen uns von gängigen Mustern und Denkstrukturen zu emanzipieren und damit anfangen uns zu verhalten, als ob die Welt bereits von Diktat des Profites und des endlosen Wachstums um jeden Preis befreit wären.

ALTE UND NEUE WEGE
Gerade in unserer Branche, der Gastronomie, wurden wir in der Vergangenheit stark mit den Problemen des konventionellen Wirtschaftens konfrontiert. Ob bei der Auswahl der Produkte oder bei der
Erstellung von Angeboten alles wurde ausschliesslich aus wirtschaftlicher sicht betrachtet und auf Effizienz und Profit getrimmt.
Fleisch aus Massentierhaltung, Obst und Gemüse aus den entferntesten Winkeln der Welt, Getränke, Wegwerfprodukte, alles möglichst billig produziert und angeboten von gesichtslosen Großkonzernen, deren einzige Ziele Profitmaximierung und die Interessen ihrer Aktionäre und Anteilseigner sind.
Irgendwann wuchs in uns die Überzeugung, dass wir so nicht weiter wirtschaften wollten. Dass wir durch unsere Arbeit nicht die Profite solcher Unternehmen steigern wollen. Und dass wir die Lebensmittel, die wir unseren Gäste anbieten mit Freude und ohne schlechtes Gewissen anbieten wollten.
Frei nach dem Motto: die radikalste Kritik ist die Verweigerung, wollen wir dezentrale Strukturen zu kleinen Erzeugern aufbauen.
Die Macht der Konzerne nicht dadurch brechen, dass wir lauthals deren Zerschlagung fordern und dann doch ihre Produkte verwenden , sondern indem wir das, was wir als Problem erkannt haben, nicht länger durch unsere Arbeit unterstützen.
Auch wenn es für uns auf den ersten Blick einen Wettbewerbsnachteil bringt oder schlicht wesentlich aufwändiger ist, als einfach zu einem Großmarkt zu fahren und mit dem Strom zu schwimmen.

AUF AUGENHÖHE
Konkret bedeute das für uns, dass es uns, sowohl bei der Auswahl der Produkte als auch bei deren Verkauf an unsere Gäste, um mehr geht als den Austausch von Lebensmittel gegen Geld, es geht um soziale Interaktion, um gegenseitiges Vertrauen und das übernehmen von Verantwortung für das eigene Handeln.
Dialog, Transparenz und Respekt sind die primären Werte, auf denen unsere Partnerschaften beruhen. Es geht darum auf Augenhöhe mit Produzenten und Gästen zu sein, morgens in den Spiegel
und allen beteiligten ruhigen Gewissens in die Augen schauen zu können.
Durch den Bezug der Lebensmittel von Klein- und Kleinsterzeugern können wir gewährleisten, dass die Produkte, die bei uns auf dem Teller oder ins Glas kommen, unter Bedingungen produziert wurden, die unserem Anspruch an einen verantwortungsvollen Umgang mit allen Ressourcen gerecht werden. Hierbei ist uns der direkte Kontakt zu den Erzeugern wichtiger als ein Zertifikat, so können wir uns selbst von der Qualität der Produktionsbedingungen überzeugen.
Viele unserer Produzenten erfüllen allerdings die Standards der verschiedenen BIO-Siegel, manche sind zertifiziert, andere verzichten auf eine offizielle Zertifizierung.
Alles was wir anbieten soll qualitativ einwandfrei und aus nachhaltiger Produktion sein. Unser Ziel ist es so, nach und nach, ein autarkes Netzwerk aus lokalen und überregionalen kleinen Produzenten wachsen zu lassen, deren Qualität und Produktionsbedingungen wir kennen und vertrauen. Unser Fokus liegt dabei auf regionalen Produkten und Erzeugern. Unsere Kriterien gelten aber sowohl für unsere lokalen Lieferanten als auch für überregionale Produzenten.
Wir verwenden ausschließlich Fleisch und Fisch von Tieren, deren Aufzucht- und Schlachtungsbedingungen wir kennen.
Das Nose-to-Tail Prinzip ist für uns, beim Verarbeiten der tierischen Produkte Maßstab und ausdruck von Respekt gegenüber dem Tier zugleich.
Unsere Preise gestalten wir so, dass sie möglichst realistisch den Wareneinsatz und die Arbeitszeit widerspiegeln.
Auf große Margen bei gut laufenden Produkten wollen wir verzichten.
Wir sehen unsere Herangehensweise nicht als Einschränkung unserer Arbeit sondern ganz im Gegenteil als eine Bereicherung.
In unseren Augen entsteht durch die Reduktion der Möglichkeiten ein riesiges Spielfeld für unsere Kreativität. Der Verzicht auf Produkte von Anbietern deren Wirtschaftsweise wir nicht vertretbar finden stellt für uns keinen Verlust dar sondern vielmehr eine Befreiung.

KOMPLIZEN FINDEN
Wir sind der festen Überzeugung und sehen in unserer täglichen Arbeit, die Zeit ist gekommen, dass das Bedürfnis nach Alternativen da ist.
Wir verstehen unsere Idee als Prozess, als Suche nach neuen Wegen – im übertragenen Sinne, aber auch tatsächlich – der Tag für Tag nach kreativen Lösungen verlangt.
Dabei sind wir auf Mitstreiter, Unterstützer und ganz besonders auf ein Team angewiesen das für diese Idee brennt.
Gerade bei einem Projekt wie unserem ist eine Identifikation aller Beteiligten mit dem Konzept wichtig.
In unseren Augen sind alle Beteiligten, egal ob Gast, Produzent oder Teil des Teams Teil ein und derselben Gleichung, die nicht aufgehen kann, wenn man eines der Teile aus ihr herausnimmt oder nicht mit einbezieht, deshalb sind wir neben der Suche nach neuen Lösungen ganz besonders auf der Suche nach Komplizen, die durch ihr Schaffen, neue Ideen oder durch Vorschläge, bereit sind sich in unserem Projekt einzubringen und die Richtung unseres Weges mitzubestimmen.
Lasst uns gemeinsam so tun, als wären die neue Zeit schon da, als wären wir bereits frei.
Es ist höchste Zeit für neue Wege, packen wir es an!

www.silberpappel.de